Sachbericht 2026 für Bürgerinnen und Bürger– Pflege vor Ort in der Gemeinde Karstädt
Die Gemeinde Karstädt unterstützt mit dem Förderprogramm „Pflege vor Ort“ Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf sowie deren Angehörige. Ziel ist es, Beratung und Hilfe wohnortnah anzubieten und die häusliche Pflege zu stärken.
Beratung und Unterstützung
Die Beratungsstelle „Pflege vor Ort“ wurde auch 2026 gut genutzt. Insgesamt fanden 27 Beratungsgespräche statt. Dabei ging es unter anderem um:
Leistungen der Pflegeversicherung und entsprechende Anträge,
Unterstützung und Entlastung im Pflegealltag,
Vorsorge und persönliche Absicherung,
weitere Hilfs- und Unterstützungsangebote.
Zusätzlich wurden sechs gesetzlich vorgesehene Beratungen für Pflegebedürftige durchgeführt.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Unterstützung von Menschen mit Migrationshintergrund. Gemeinsam mit dem Migrationssozialarbeiter wurden Hausbesuche durchgeführt und individuelle Fragen zu Pflege, sozialen Hilfen und organisatorischen Angelegenheiten geklärt.
Neue und bewährte Angebote
Im Laufe des Jahres wurden verschiedene Angebote aufgebaut und weiterentwickelt:
„Klick und Klar“: Die Handysprechstunde vermittelt praktische Kenntnisse im Umgang mit Smartphone und Internet. Das Angebot wird von den Teilnehmern sehr gut angenommen.
Nachbarschaftshilfe: Drei ehrenamtliche Helferinnen konnten an pflegebedürftige Menschen vermittelt werden. Sie unterstützen im Alltag und tragen dazu bei, dass Menschen möglichst lange zu Hause leben können.
„Pflege in Familien fördern“ (PfiFf): Die zuständige Sachbearbeiterin wurde zur Kursleiterin ausgebildet. Das Angebot vermittelt Angehörigen praktisches Wissen für die Pflege und kann auch als individuelle Schulung zu Hause durchgeführt werden.
Vorsorgeplanung: Eine Informationsveranstaltung zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht wurde gemeinsam mit der Volkssolidarität durchgeführt und stieß auf großes Interesse.
Nicht alle geplanten Veranstaltungen wurden gleichermaßen angenommen. So fanden sich beispielsweise für eine Schulungsreihe „Hilfe beim Helfen“ keine ausreichende Teilnehmerzahl.
Zusammenarbeit und Vernetzung
Die Gemeinde hat die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern weiter ausgebaut. Besonders erfolgreich war die Kooperation mit der Volkssolidarität. Auch der Austausch mit anderen Kommunen wurde fortgesetzt. Gemeinsam wurde außerdem ein Notfallwegweiser entwickelt, der zum Jahresende veröffentlicht werden soll. Ein weiterer Wegweiser zu Pflegehilfsmitteln ist in Vorbereitung und soll voraussichtlich Anfang 2027 erscheinen.
Der geplante regelmäßige Austausch mit den örtlichen Pflegediensten konnte mangels Beteiligung nicht umgesetzt werden.
Finanzierung
Für „Pflege vor Ort“ standen der Gemeinde Karstädt im Jahr 2026 35.000 Euro Fördermittel des Landes Brandenburg zur Verfügung. Ergänzt wurden diese durch kommunale Eigenmittel.
Die Fördermittel wurden überwiegend für die Personalkosten der Beratungsstelle und für die Umsetzung verschiedener Angebote eingesetzt. Für Sachkosten wurden rund 8.800 Euro ausgegeben, unter anderem für die Handysprechstunde, einen Beamer und einen Pavillon.
Fazit und Ausblick
Das Jahr 2026 hat gezeigt, dass in Karstädt ein Bedarf an wohnortnaher und unabhängiger Beratung rund um das Thema Pflege besteht. Besonders die persönliche Beratung, die Handysprechstunde, die Nachbarschaftshilfe und die Zusammenarbeit mit der Volkssolidarität wurden gut angenommen.
Gleichzeitig bleibt es eine Aufgabe, weitere Bürgerinnen und Bürger sowie örtliche Pflegeanbieter für gemeinsame Angebote und Veranstaltungen zu gewinnen.
Die bisherige Sachbearbeiterin „Pflege vor Ort“ verlässt die Gemeinde Karstädt zum 30. September 2026. Wie die Beratungsstelle und die aufgebauten Angebote anschließend personell weitergeführt werden, ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch offen.