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Patronatskirche Stavenow

Vorschaubild

1726 Erbaut durch den Gutsherren Andreas Joachim von Kleist und seine Ehefrau Maria Elisabeth, geb. von Hacke.
Zitat von 1809 aus der Chronik:

 

„Die Kirche und Thurm dabey sind ao 1726 auch erst von neuem erbauet und wird herum von bloßen Mauerwerk auffgeführet, die Kirche ist mit doppelts Dach von Ziegelsteinen und der Thurm mit Eichen-Spliss gedecket, auch unter der Erden ein Erbbegräbnis gewölbet".
 

Rechteckiges Kirchenschiff mit eingezogenem Chor und achteckigem Turm im Westen. Über der Stichbogentür an der Nordseite befand das Wappen derer von Kleist.

 

Wahrscheinlich 1862 erfolgte der Umbau des Kirchenturms nach den Entwürfen von Friedrich August Stüler (1800 -1865), einem Schüler von Friedrich Karl Schinkel. Der obere Teil des Kirchturms war danach in einer Art italienischer Renaissance überformt. Im Kircheninneren befanden sich zwei barocke Herrschaftslogen. Als Stülers bedeutendste Schöpfung gelten das Neue Museum in Berlin und der Kuppelbau auf dem Triumphbogen des Hauptportals des Berliner Stadtschlosses mit der Schlosskapelle.

 

1906 ließ Max Graf von Voß das bleiverglaste Fenster (ca. 2,50 x 3,20m) „Die Auferstehung" in der Kunstwerkstatt für Glasmalerei und Glasschliff Ferdinand Müller in Quedlinburg / Harz für die neu gebaute Apsis anfertigen.

 

1945-2000

Mit der Bodenreform geht die Kirche in den Besitz der Gemeinde Karstädt über. Kirche, Gruft, Turm und Friedhof haben in dieser Zeit sehr gelitten und zerfielen zusehends.
Der damals für die Gemeinde zuständige Pfarrer Groß aus Blüthen kämpft bis in die 70er Jahre vergebens gegen den Verfall des Gotteshauses.
Die Glocke, das Kleist'sche Wappen und die Bestuhlung wurden ausgebaut, das Bleiglasfenster

1972 sichergestellt.

 

1977 wurden die Kirche und der Patronatsfriedhof unter Denkmalschutz gestellt.

 

2001- 2005 wurde die durch den Sturm im Januar 2000 stark geschädigte Turnspitze abgerissen und durch ein Hilfsdach ersetzt. Im selben Jahr begann auf Initiative des FHS e.V. die Sicherung von Kirche und Friedhof vor dem totalen Zusammenbruch und Zerfall., unterstützt durch die Gemeinde im Förderprogramm für Dorferneuerung des Brandenburger Landesamtes für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung.


Der große Gruftanbau an der Südseite und eine weitere Gruft unter der Apsis wurden wieder hergestellt.
In der Außengruft sind die Reste der Sandsteinsarkophage des Stifterehepaares von Kleist zu sehen.

 

Der mit einer Feldsteinmauer eingefasste Friedhof umgibt die Kirche. Dank der Initiative des Fördervereins ist der Friedhof seit 2006 wieder für Beerdigungen freigegeben. Im westlichen Teil, separat mit einer Klinkermauer umgeben, ist der Patronatsfriedhof angelegt. Hier sind die Gräber einiger Gutsherren und Angehöriger der Familien von Voß und Kees. Dieser Teil steht unter Denkmalschutz

 

2007 Der Turmraum wird durch den FHS e.V. mit Unterstützung durch die Jakobigemeinde Perleberg als Trauerraum eingerichtet.

 

2008, nach mehr als 30-jähriger Abwesenheit, kehrt das restaurierte Kirchenfenster „Die Auferstehung" in die Stavenower Patronatskirche zurück, dank der Unterstützung durch Mitglieder und viele Spender des Fördervereins "Historisches Stavenow e.V." (FHS e.V.) sowie des Brandenburger Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur.